Mit der Vasco da Gama durch Norwegens Wunderwelt

Es gibt Reisen, die sind schön. Und dann gibt es Reisen, die sich wie ein Gedicht anfühlen – mit Versen aus Wind, Wellen und Wundern. Unsere Reise mit der Vasco da Gama war genau das: eine poetische Odyssee entlang Norwegens rauer Küsten, voller leuchtender Momente und stiller Magie.

Leinen los in Hamburg – und rein ins Abenteuer

Schon der Beginn war filmreif. Am 12. September gingen wir in Hamburg an Bord. Der Hafen lag im goldenen Licht des Spätsommers, Möwen kreisten über den Masten, und als die Sonne unterging, erleuchtete ein Feuerwerk, extra für die Vasco da Gama inszeniert, den Himmel, bevor wir an der Überseebrücke festmachten. Ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen sollte.

Am nächsten Tag: die Cruise Days. Hamburg im Ausnahmezustand – Schiffe, Musik, Menschen, maritimes Glitzern überall. Am Abend dann die große Auslaufparade: Wir legten ab, begleitet von majestätischen Ozeanriesen, winkenden Menschen am Ufer und einem spektakulären Feuerwerk, das sich im Wasser spiegelte. Gänsehaut pur.

Tipp: Wer früh anreist, kann in Hamburg noch entspannt durch die Speicherstadt oder Hafencity schlendern, Fischbrötchen mit Meerblick genießen – ein perfekter Auftakt.

Seetag & „Rock On!“

Der erste Seetag schenkte uns Zeit zum Ankommen. Koffer auspacken, Schiff erkunden, erste Drinks an der Bar. Beim Willkommensempfang stießen wir auf die kommenden Abenteuer an und am Abend rockte die Show Rock On das Theater – mitreißend, energiegeladen, ein echter Knaller!  Danach noch ein Absacker unter freiem Himmel. Schon jetzt hatten wir das Gefühl, angekommen zu sein.

Bergen – Fløyen, Fjordblick & Königskrabbe

Unser erster Hafen: Bergen – die regenreichste Stadt Europas! Begrüßt wurden wir mit nordischer Gelassenheit und einem Hauch Nieselregen. Wir fuhren am frühen Nachmittag mit der Fløibanen hinauf auf den Fløyen – ein Ausblick wie gemalt! Oben angekommen wanderten wir ein Stück, atmeten klare Luft und ließen uns von der Weite verzaubern. Zu Norwegen gehört für uns immer unsere liebste norwegische „Wanderer“Schokolade – Kvikk Lunsj. Als wir uns einen Moment zum Entspannen und Naschen hinsetzten, kam tatsächlich die Sonne durch die Wolken! Wir erinnerten uns, dass es bei unserer ersten Reise nach Bergen ebenfalls sonnig war und hielten fest, dass es bestimmt etwas mit der Schokolade zu tun haben muss. 😉

Zurück in der Stadt gab’s für uns zum ersten mal Königskrabbe – kein kulinarisches Highlight, aber das teuerste take-away, das wir bisher hatten.

Tipp: Die Tickets für die Fløibanen am besten rechtzeitig online kaufen. Das erspart das Anstehen am Ticketschalter. Wer mag, kann sich im Fischmarkt durchprobieren oder durch die Gassen von Bryggen schlendern und eine ortstypische Schillingsbolle essen.

Kapitänstisch & Neptun lässt grüßen

Nach einem weiteren entspannten Seetag wurden wir zum Kapitänstisch eingeladen – ein Abend voller Charme, Gespräche und einem köstlichen Surf & Turf. Später am Abend überquerten wir den Polarkreis – und das wurde gefeiert! Neptun kam höchstpersönlich an Bord, begleitet von seinem schrägen Gefolge. Was dann passierte? Bleibt unser kleines Geheimnis. Nur so viel: Es war nass, laut und sehr, sehr lustig. Wer’s noch nicht erlebt hat – unbedingt mitmachen!

Gletscherzauber in Svartisen

Am nächsten Tag erreichten wir Svartisen. Mit dem Tenderboot ging es zum Anleger, dann zu Fuß weiter – und plötzlich standen wir vor dieser riesigen, blauen Eiswand. Türkisblaues Eis, majestätische Stille, und als Krönung – eine Gletscherzeremonie. Dabei gab es ein Glas Saft mit echtem Gletschereis – eiskalt, magisch. Und als wäre das nicht schon genug, tanzten in dieser Nacht die ersten Polarlichter über den Himmel. Grün, flirrend, fast unwirklich – ein Moment für die Ewigkeit.

Tipp: Unbedingt den organisierten Ausflug zum Gletscher buchen! Oder eine Kanufahrt über den See bis zum Gletscher, wenn es die Temperaturen erlauben.

Leknes – Lofotenliebe

Die Lofoten sind wie gemalt. In Leknes starteten wir unseren Ausflug nach Henningsvær – ein kleines Fischerdorf mit bunten Häusern, Galerien und dem wohl berühmten Fußballplatz der Welt – Andys persönlicher bucketlist shot und laut eigener Aussage, der eigentliche Grund für diese Reise. Also nicht wirklich, aber die Aufnahmen sind beeindruckend! Schaut gerne in den YouTube vlog und überzeugt euch selbst. Video verlinken wir euch weiter unten.

Danach ging es für uns weiter nach Svolvær. Dort besuchten wir die Magic Ice Bar mit Eisskulpturen und hatten einen Signature-Drink aus einem Pokal aus echtem Eis.

Tipp: Wer mehr Action mag, kann von Leknes aus die Lofoten auch auf dem Wasser erkunden und dabei noch Seeadler entdecken.

Honningsvåg & das Nordkap

Nach einem weiteren Seetag erreichten wir Honningsvåg – das Tor zum Nordkap. Wir buchten eine Panoramafahrt zum Nordkap und schon die Anreise war spektakulär -karge Landschaft und jede Menge Rentiere. Angekommen, am nördlichsten Punkt Europas und unserer Reise, peitschte uns der Wind um die Nase. Der Blick aufs Nordmeer, das Gefühl, am Ende der Welt zu stehen… unbeschreiblich. Das Wetter änderte sich minütlich. Erst Regen, dann plötzlich Sonnenschein und der majästätischste Regenbogen, den man je zu Gesicht bekommen kann. Sowas kann nur Norwegen!

Tipp: Die Fahrt zum Nordkap ist ein Muss! Wer ein Selfie vor dem Globus ohne andere Besucher möchte, wartet am besten bis kurz vor der Abfahrt, wenn bereits alle anderen Besucher ihre Fotos gemacht haben. 🙂

Harstad – Regentag mit Herz

In Harstad begrüßte uns der Regen – aber auch das gehört dazu. Manchmal ist es das Beste, einfach an Bord zu bleiben, einen Cappuccino zu trinken und dem Regen beim Tanzen zuzusehen. Auch das kann schön sein. Manchmal ist Nichtstun genau das Richtige. Wir genossen das Bordleben und haben ein paar schöne Aufnahmen an Bord gemacht.

Tipp: Wenn das Wetter mitspielt: Besuch der mittelalterlichen Trondenes-Kirche oder ein Spaziergang entlang der Promenade. Bei Regen: Wellnessbereich an Bord, ein gutes Buch und ein Stück Kuchen im Café – auch das ist Urlaub.

Nordfjordeid – Tanz unterm Wasserfall

Im Nordfjord angekommen, ging’s für uns zum Tvinnefossen. Wir haben den Ausflug spontan am Pier gebucht. Mit einem kleinen Bus wurden wir durch malerische Panoramen zu dem Ausgangspunkt der kleinen Wanderung gebracht, von dem wir noch etwa 20 Minuten zu Fuß auf einer ausgeschilderten Route weiter in den Wald wanderten. Vorbei an kleinen Höfen mit unzähligen Schafen und dann standen wir plötzlich mittendrin! Ein Wasserfall mitten im Wald – tosend, laut, wunderschön. Und ja, wir haben darunter getanzt! Nass bis auf die Knochen, aber mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Tipp: Regenjacke nicht vergessen!

Tipp: Der Ausflug zum Tvinnefossen ist ein echter Geheimtipp – ein wilder Wasserfall mitten im Wald. Wer mag, kann auch das Sagastad-Wikingerzentrum besuchen und in die Geschichte der Region eintauchen.

Stavanger – RIB-Abenteuer im Lysefjord

Stavanger war unser letzter Hafen. Und wir wollten nochmal Action! Also: RIB-Bootsfahrt durch den Lysefjord. Schnell, spritzig, spektakulär. Die steilen Felswände, das Wasser, der Fahrtwind – ein würdiger Abschluss. Im Anschluss haben wir noch einen Spaziergang durch die Altstadt mit ihren weißen Holzhäusern gemacht und uns nochmal mit unserer anderen liebsten norwegischen Süßigkeit eingedeckt – Bamsemums. Wer es noch nicht kennt sollte es unbedingt probieren!

Tipp: Wer gut zu Fuß ist, sollte sich die Wanderung zum Preikestolen nicht entgehen lassen. Der Weg ist anspruchsvoll, aber gut ausgebaut. Der Blick über den Fjord soll atemberaubend sein.

Unser Zuhause auf See – Vasco da Gama

Die Vasco da Gama war unser schwimmendes Zuhause – charmant, stilvoll, mit einer zeitlosen Eleganz. Ja, man sieht ihr an, dass sie schon ein paar Seemeilen auf dem Buckel hat, aber genau das macht ihren Reiz aus. Überall spürt man die Liebe zum Detail, das Engagement der Crew, die mit Herz und Hingabe dafür sorgt, dass alles glänzt, funktioniert und sich gut anfühlt.

Die Crew? Herzlich, aufmerksam, immer präsent. Besonders Kapitän Adrian Firsov hat uns beeindruckt: humorvoll, nahbar, oft selbst an der Gangway, wenn wir zu Ausflügen gingen. Und seine Durchsagen an den Seetagen – kleine Highlights mit Augenzwinkern.

Unsere Außenkabine mit Balkon war die perfekte Wahl für diese Route. Ob beim ersten Kaffee mit Blick auf die Fjorde oder beim nächtlichen Staunen über das Polarlicht – dieser kleine private Logenplatz zur Natur war unbezahlbar.

Und zum Thema „Rentnerschiff“: Ja, der Altersdurchschnitt war etwas höher. Na und? Wir haben selten so viele tolle Gespräche geführt, so schnell Anschluss gefunden und so viel Herzlichkeit erlebt, wie auf dieser Reise.

Fazit

Slow Cruising – das ist nicht nur ein Motto. Es ist ein Versprechen.
Und wir haben es eingelöst.

Die Vasco da Gama hat uns gezeigt, wie schön es ist, sich Zeit zu nehmen – für das Echte, das Ungeplante, das Berührende.
Für Gespräche mit Menschen, die man sonst nie getroffen hätte. Für Polarlichter, die man nur sieht, wenn man lange genug hinschaut. Für Gletscher, die flüstern, wenn man still ist.

Und genau das ist es doch, was Reisen ausmacht: dass man mit mehr zurückkommt, als man mitgenommen hat. Genau dafür steht waves2wanders: Cinematic Slow Travel, Analog Look, Timeless Style und immer Meergefühl statt Mainstream.

Mehr Eindrücke unserer Kreuzfahrt auf der Vasco da Gama findet ihr auf unserem YouTube Kanal: Hier geht´s zu YouTube


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